Erste IT-Stellen bei der UBS gestrichen

11. Mai 2009

Auch die IT-Abteilung der UBS ist vom gross angelegten Stellenabbau der Schweizer Grossbank betroffen. Nun soll bereits 220 IT-Angestellten der BA IT soll die Kündigung ausgesprochen worden sein.


Als die tief in der Misere steckende Grossbank UBS Mitte April bekanntgab, weltweit 8700 Stellen abzubauen, war bereits klar, dass auch in der IT viele Mitarbeitende über die Klinge springen müssen. Denn der neue COO, Ulrich Körner, will die Informatikdienste genau wie alle anderen Infrastruktur- und Dienstleistungsaufgaben in einer zentralen Einheit zusammenfassen. Die einzelnen IT-Bereiche der Unternehmenssparten gehören ebenso in diese zentrale Dienstabteilung wie die IT-Infrastruktur, wo die Zentralisierung bereits abgeschlossen ist.
Ungewissheit herrscht bisher allerdings darüber, wie viele IT-Stellen weltweit und auch in der Schweiz von der Reorganisation betroffen sein werden. Bekannt ist lediglich, dass Peter Sany, der Anfang April als Leiter des neuen Geschäftsbereichs Corporate Center ITI antrat, den Stall des Augias ausmisten, Doppelspurigkeiten ausräumen und überflüssige oder nicht dringend benötigte, geschäftskritische Dienste zurückfahren soll. Die Grossbank will sich zu Details indes nicht äussern. In der Schweiz werde es zu 1200 bis 1500 Entlassungen kommen, darunter seien auch IT-Stellen, heisst es wiederholt auf Anfrage vom Hauptsitz am Zürcher Paradeplatz.
Die Verunsicherung in der Belegschaft ist entsprechend hoch, seit gut drei Wochen werden nach und nach Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden geführt. So auch in der IT. Recherchen von unserer Schwesterzeitschrift IT Reseller bei gut informierten Quellen zufolge sollen letzte Woche diejenigen Mitarbeitenden informiert worden sein, die frühpensioniert werden. Bereits 220 IT-Angestellten der BA IT soll die Kündigung ausgesprochen worden sein und bei Sanys ITI sollen die Kündigungen diese Woche erfolgen, so die Quellen. Zumindest in dieser Hinsicht bestätigt man teilweise die IT Reseller vorliegenden Informationen: "Bis Ende Mai wird der grösste Teil der betroffenen Mitarbeiter Klarheit haben", so eine Sprecherin.
Doch wer wird in Zukunft das Sagen haben in der UBS-IT? Peter Sany, soviel scheint festzustehen, hat die wichtigste Position betreffend den technischen Services: "Die technischen Services der Investmentbank und diejenigen des Vermögensverwaltungsbereichs werden zu Sanys ITI geschlagen", sagt ein anonym bleiben wollender Insider zu IT Reseller. Lediglich der Bereich "Applications" soll beim heutigen Head of Information Technology von "Wealth Management & Swiss Bank", Rolf Olmesdahl, verbleiben.
Die Reorganisation der IT bei der UBS hätte ursprünglich 10 Prozent Kosten einsparen sollen. Dies reicht nun offenbar nicht. Insidern zufolge sollen in diesem Jahr bei der Grossbank sage und schreibe 25 Prozent der IT-Kosten eingespart werden.
(Markus Häfliger )
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