ETH Zürich unterrichtet vor Ort an Mittelschulen
25. Januar 2010
Seit dem Schuljahr 2008/2009 dürfen die Schweizer Gymnasien erstmals das neue Ergänzungsfach Informatik ausschreiben. Um die Lehrkräfte zu unterstützen, hat die ETH Zürich ein Ausbildungs- und Beratungszentrum für Informatikunterricht (ABZ) gegründet. Es bietet eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten für Informatiklehrpersonen an. Herbert Bruderer sprach mit Juraj Hromkovic, Professor für Informationstechnologie und Ausbildung der ETH Zürich.
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Was für eine Informatik soll an unseren Mittelschulen unterrichtet werden?
Juraj Hromkovic: Seit der Maturareform von 1995 wird in den Gymnasien von Ausnahmen abgesehen nur noch das Anwenden von Informatikmitteln (Informations- und Kommunikationstechnik) gelehrt und geübt. Dieses notwendige, aber kurzlebige Anwenderwissen wird fälschlicherweise auch «Informatik» genannt. Es kann mit anderen gymnasialen Fächern wie Mathematik und Physik nicht verglichen werden. Als man 2006 über die Wiedereinführung der Informatik in Form eines gymnasialen Ergänzungsfachs nachdachte, war die Zielsetzung klar: Der Informatikunterricht soll die gleiche Tiefe und Langlebigkeit haben wie die Ausbildung in der Mathematik und den Naturwissenschaften. Das neue Ergänzungsfach soll die mathematisch-naturwissenschaftliche Denkweise mit der konstruktiven Denkweise einer Ingenieurdisziplin verknüpfen. Die ETH Zürich hat eine lange Tradition in der Aus- und Weiterbildung von Informatiklehrkräften. Wie uns 2006 bewusst wurde, genügte die bisherige Lehramtsausbildung jedoch nicht.
Woran fehlte es denn?
Es gab einen Mangel an gut ausgebildeten Lehrkräften, die eine hochwertige Informatik unterrichten konnten. Im Unterschied zu anderen Fächern fehlten geeignete Lehrmittel und Erfahrungen aus einer langjährigen Unterrichtspraxis. Überdies musste der schwer angeschlagene Ruf der Informatik in der Öffentlichkeit verbessert werden.
Welche Ziele hat das Ausbildungs- und Beratungszentrum für Informatikunterricht?
Das Ausbildungs- und Beratungszentrum für Informatikunterricht (ABZ) der ETH Zürich versucht, die vielschichtigen Probleme ganzheitlich zu lösen. Zunächst geht es darum, Lehrkräfte weiterzubilden, vielfältige Unterrichtsmaterialien und Lehrmittel herzustellen und in den Schulen zu erproben, interessierte Jugendliche mithilfe der Informatik-Olympiade zu fördern und Veranstaltungen über die Informatikforschung für die breite Öffentlichkeit anzubieten. Das ABZ gehört zu dem Ende Oktober 2009 eröffneten Kompetenzzentrum für Lehren und Lernen.
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