Innovationsverhinderung bei Microsoft

5. Februar 2010

Ein ehemaliger Vice President geht in einem Zeitungsartikel mit seinem Ex-Arbeitgeber Microsoft ziemlich hart ins Gericht - Innovation würde nicht nur nicht gefördert, sondern aktiv verhindert.


Unter dem Titel "Microsoft‘s creative Destruction" holt Dick Brass in der "New York Times" zu einem Rundumschlag aus. Der ehemalige Microsoft-Vice-President war von 1997 bis 2004 bei der Gates-Company und geisselt heute die mangelnde Innovationsfähigkeit seines Ex-Arbeitgebers. Microsoft "bringt uns nicht länger die Zukunft", sei es bei Tablet-PCs (Apple: iPad), Smartphones (RIM: Blackberry), E-Books (Amazon: Kindle), Suchmaschinen (Google) oder populären Online-Services wie Facebook oder Twitter. Microsoft sei als Innovator "ungeschickt und wettbewerbsunfähig" geworden. Microsoft-Produkte würden heute schief angesehen – zum Teil ungerechtfertigterweise, zum Teil aber absolut berechtigt.
Dem Unternehmen fehle ein System zur Förderung von Innovationen – es gebe eher ein System, um Innovationen im Keim zu ersticken. Und dies trotz einer der grössten und bestausgestatteten Forschungsabteilungen und dem Luxus, sich nicht bloss einen, sondern gleich drei Chief Technology Officers zu leisten. Brass nennt mehrere Beispiele von durchaus guten technischen Innovationen aus Microsofts Forschungsküche, die dann von anderen Abteilungen aus irgendwelchen Gründen abgeklemmt wurden. Das Fazit: Microsoft habe zwar eine echt faszinierende Vergangenheit und eine beneidenswert profitable Gegenwart. Es sei aber fraglich, ob Microsoft noch einer nennenswerten Zukunft entgegenblickt.

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Microsoft-Hirn
(Urs Binder )

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