In der Schweiz wird zunehmend mobil bezahlt
Quelle: Depositphotos

In der Schweiz wird zunehmend mobil bezahlt

Im stationären Schweizer Handel wird zunehmend mit Mobilgeräten bezahlt, via Twint oder über eine bei Apple Pay & Co. hinterlegte Kredit- oder Debitkarte. Auch im Distanzhandel ist Twint nach Anzahl Transaktionen die Nr. 1, nicht aber beim Umsatz.
28. August 2023

     

Der neueste Swiss Payment Monitor 2/2023, erhoben von der ZHAW und der Universität St. Gallen, stellt fest, dass das Bezahlen mit Mobilgeräten wie Smartphone, Tablet oder Smartwatch weiterhin auf dem Vormarsch ist und sich mit einem Anteil von 21 Prozent der Transaktionen mittlerweile auf dem dritten Platz der Top-Zahlungsmittel findet. Unter Zahlungen mit Mobilgeräten fasst der Bericht Zahlungen direkt über das Bankkonto etwa mit Twint, aber auch Zahlungen mit in einer App hinterlegten Kredit- oder Debitkarte wie bei Apple Pay oder Samsung Pay zusammen.


Am meisten wird indes mit einer Debitkarte bezahlt, nämlich bei 29 Prozent der Transaktionen. Unmittelbar dahinter folgt Bargeld mit 28 Prozent. Die Nutzung von Debitkarten ist dabei seit der letzten Erhebung vor einem halben Jahr gestiegen, dies unter anderem auch als hinterlegtes Zahlungsmittel bei mobilen Transaktionen. Tobias Trütsch von der Uni St. Gallen nennt einen Grund: "Die neue Generation von Debitkarten ist onlinefähig und offenbart neue Einsatzmöglichkeiten, was die Attraktivität der Debitkarte erhöht und mobiles Bezahlen fördert."
Bei mobilen Zahlungen ist Twint der klare Platzhirsch. Insgesamt wird laut der Studie schon jede zehnte Zahlung mit Twint getätigt, wie der ZHAW-Zahlungsexperte Marcel Stadelmann betont: "Twint spielt im Präsenzgeschäft, das 86 Prozent aller Zahlungen ausmacht, eine immer wichtigere Rolle. Mit einem Anstieg von 4 Prozent auf 7 Prozent gemessen an der Anzahl Transaktionen weist Twint beim Bezahlen vor Ort ein starkes Wachstum auf." Im Distanzgeschäft, also beispielsweise im Onlinehandel, ist Twint mit einem Anteil von 33 Prozent der Transaktionen heute auf Platz eins, gefolgt von Kreditkarten (27%) und Kauf auf Rechnung (21%). Berechnet man dagegen die Umsatzanteile, liegt Twint im Distanzgeschäft mit 20 Prozent noch deutlich hinter der Rechnung (49%) und auch hinter der Kreditkarte (24%).

Bargeld wird im Vergleich zur letzten Erhebung wieder leicht weniger genutzt (-1,1 Prozentpunkte), nachdem sich die Bargeldnutzung im Jahr 2022 stabilisiert hatte. Bargeld bleibt aber mit einem Anteil von rund 28 Prozent der Transaktionen das am zweithäufigsten verwendete Zahlungsmittel, und der Anteil der Bargeldbefürworter nimmt zu: Mehr Personen denn je lehnen seit der Erhebung des Swiss Payment Monitor eine Abschaffung von Bargeld ab, und der Anteil der Bevölkerung, der üblicherweise Bargeld dabei hat, steigt wieder, nachdem er in den letzten Jahren stetig abgenommen hatte.


Der komplette Swiss Payment Monitor steht hier zum Download bereit (PDF). (ubi)


Weitere Artikel zum Thema

SWESA und Uni St. Gallen postulieren bessere Rahmenbedingungen für Start-ups

13. April 2023 - Eine Studie zu den Rahmenbedingungen für Start-ups in der Schweiz zeigt ein generell gutes Umfeld mit einigen Problemen hinsichtlich Bürokratie, Regulierung und Finanzierung.

Schweizer Nutzer wollen keine gebrauchten Smartphones

21. März 2023 - Nur ein Bruchteil der Schweizer Nutzer kauft gebrauchte Smartphones oder lässt defekte Geräte reparieren, wie eine aktuelle Untersuchung der ZHAW zeigt.

Mobile Payment und Neobanken in der Schweiz auf dem Vormarsch

25. Februar 2022 - Laut dem neuesten Swiss Payment Monitor der ZHAW und der Uni St. Gallen läuft inzwischen jede zweite Zahlung über ein Mobilgerät. Und bereits 30 Prozent der Bevölkerung haben schon einmal Neobanken genutzt.


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER