CIO-Interview: "Stillstand ist keine Option"

CIO-Interview: "Stillstand ist keine Option"

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/01
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3. Februar 2018 -  Christoph Kleinsorg verantwortet bei Swissport die IT und leitet mit seinem Team eine weltweite IT-Transformation. Das bringt viele Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich.
"Swiss IT Magazine": Sie durften in diesem Jahr den CIO-Award 2017 gewinnen, herzliche Gratulation. Hat Sie das überrascht? Was bedeutet Ihnen und Ihrem Team eine solche Auszeichnung?
Christoph Kleinsorg: Mich hat es insofern überrascht, da wir mitten in der IT-Transformation sind, diese also noch nicht beendet ist. Natürlich lässt sich einwenden, dass die Transformation, insbesondere jene der IT, nie wirklich beendet ist. Man hat mir aber versichert, dass ich den Preis aufgrund der Strukturen, der Geschwindigkeit und auch der bisherigen Erfolge durch die Transformation, die wir in recht kurzer Zeit schon erzielen konnten, gewonnen habe. Ich sehe den Preis daher vielmehr als Auszeichnung für das IT-Team und habe dies natürlich mit Freude weitergegeben.

Ausschlaggebend war also das Transformationsprojekt bei Swissport. Können Sie hierzu einen kleinen Einblick gewähren?
Swissport ist in den letzten Jahren und auch vor meinem Einstieg 2014 sehr schnell gewachsen; die Unternehmensgrösse hat sich fast verdoppelt. Die IT war allerdings lange Zeit sehr dezentral organisiert, weshalb man Anfang 2014 ein Assessment durchgeführt hat, um zu prüfen, wie unsere IT-Systeme weltweit aussehen. Dabei fand man eine sehr heterogene IT-Systemlandschaft vor, mit über 700 Applikationen, Insourced ­und Outsourced Services. Vielfach verfügten­ Länder und Regionen über Entscheidungs­hoheit. Daraufhin wurde 2015 der Entschluss getroffen, die globale IT zu zentralisieren und zu harmonisieren, um den Service für unsere Kunden mit einer kostengünstigen State-of-the-Art-IT nachhaltig zu verbessern.
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Wie sah da der Plan aus, welche Strategie und Ziele standen und stehen dabei im Vordergrund?
Zur Umsetzung der Zentralisierung wurde ein IT-Transformation-Scope erarbeitet, in dem wir die Bereiche Infrastruktur, Applikationen, Mitarbeiter, Prozesse, Compliance und IT-Kostenkontrolle definiert haben. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass es bei der Transformation nicht einfach nur darum geht, IT-Services zu standardisieren, sondern eine lokale IT mit vielen verschiedenen Rollen in einen weltweit standardisierten Ansatz zu transformieren. Begonnen haben wir mit dem Bereich Infrastruktur. Dort besteht im Moment ein Outsourcing mit DXC für IT-Services in Europa, in Nordamerika betreiben wir unsere Infrastruktur selbst mit einem eigenen Data Center. Hinzu kommen etliche lokale Serverräume, insbesondere in Südamerika. Ziel der IT-Transformation im Bereich Infrastruktur ist der Betrieb aller Applikationen und IT-Services aus zwei redundanten Rechenzentren, einem dedizierten globalen Helpdesk, ein weltweit standardisiertes High-Performance-Netzwerk und einen standardisierten Workplace für unsere Mitarbeiter. Mit diesem Ansatz wollen wir unseren 24/7 Betrieb in 48 Ländern an über 280 Standorten weltweit sicherstellen.

Momentan ist man also hauptsächlich auf den Bereich Infrastruktur fokussiert?
Nach einer Ausschreibung im Jahr 2016 hat Tata Consultancy Services (TCS) den Zuschlag erhalten. Anfang April 2017 ist das Programm gestartet und sollte Ende 2018 beendet sein. Neben den Infrastruktur-Themen arbeiten wir parallel an weiteren Themen im Rahmen der IT-Transformation. Im Sommer 2017 konnten wir die Migration auf Office 365 mit heute über 20’000 Nutzern erfolgreich abschliessen. Durch die weltweite Nutzung von Office 365 und Tools wie Sharepoint, One Drive und Skype for Business konnten wir die Zusammenarbeit der weltweiten Swissport-Standorte zudem nachhaltig unterstützen. Damit sind jedoch auch die Anforderungen an die IT Security gestiegen, welche in der heutigen Zeit eine besondere Bedeutung hat. Bei den Applikationen sind wir dabei, die Anzahl schrittweise zu reduzieren und unsere Standards weltweit zu implementieren. Ein grosser Teil der IT-Transformation beinhaltet aber auch sogenannte Soft-Themen, wie etwa "Blueprints" für die IT-Architektur, eine klare Organisation mit definierten Rollen und Dokumentationen.
 
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