Die 15-Minuten-Mobile-Payment-Lösung

Twint-Händler-App
Die 15-Minuten-Mobile-Payment-Lösung

Die 15-Minuten-Mobile-Payment-Lösung

(Quelle: Twint)
Artikel erschienen in IT Magazine 2017/06
Seite 1
10. Juni 2017 -  Die Twint-Händler-App bietet eine einfache Möglichkeit, in die Welt des Mobile Payment einzusteigen. Voraussetzung ist, dass man die Hürde des Einrichtens im Händlerportal meistert.
Seit Anfang April dieses Jahres ist die Neuauflage von Twint, die nach dem Zusammenschluss mit dem Mitbewerber Paymit nötig wurde, auf dem Markt. Mit diesem Neustart soll der mobile Schweizer Bezahldienst durchstarten, und zwar noch bevor die Konkurrenz in Form von Apple Pay oder Samsung Pay hierzulande richtig Fuss fassen kann. Damit das gelingt, braucht Twint nicht nur eine breite User-Basis, welche sich die Twint-App – entweder als bankenunabhängige Prepaid-Version oder dann als Banken-Variante, wie es sie seit April von der UBS und der ZKB und relativ neu seit Ende Mai auch von Postfinance, Raiffeisen, der Credit Suisse und der BCV gibt – auf ihrem Smartphone installieren. Twint muss auch von den Schweizer Shop-Betreibern auf breiter Ebene integriert werden, damit die Nutzer mit ihren installierten Apps auch mobil bezahlen können. Anfang April, beim Neustart von Twint, hiess es, dass das Händler-Netzwerk rund 25’000 Akzeptanzstellen umfasst. Dazu gehört auch Detailhandelsriese Coop, während man bei Migros zwar schon länger über die Einführung von Twint spricht, diese sich aber noch hinzuziehen scheint. Ende Mai zumindest wurde Twint direkt noch nicht von der Migros unterstützt, sondern lediglich über den Umweg via Migros-App.

Nebst den grossen Händlern will Twint aber nicht zuletzt auch für kleinere und Kleinstshops eine relativ einfache Möglichkeit darstellen, Mobile Payment anzubieten. Wie einfach für einen kleinen Händler die Integration von Twint ist, wollten wir etwas genauer wissen. Eine komplette Integration in einem reellen Shop zu begleiten, um danach aus unabhängiger Warte einen Testbericht zu schreiben, war leider nicht möglich, weshalb wir uns beim eigentlichen Test auf die Twint-Kunden-App (siehe S. 54) beschränken. Jedoch konnten wir mit zwei kleinen Händlern über ihre Erfahrungen mit Twint sprechen, um diese hier wiederzugeben. Beide Händler setzen Twint als App im Zusammenspiel mit einem Tablet ein. Und so viel bereits vorweg: Beide Händler – die uns von Twint selbst vermittelt wurden – zeigen sich ob dieser Händler-App nur mässig begeistert und kritisierten vor allem den Einrichte-Prozess – Kritik, die wir bei einem Selbst-Test allerdings nur beschränkt nachvollziehen konnten. Doch alles der Reihe nach.

Mit der Zeit gehen

Beim ersten Händler, den wir besucht haben, handelt es sich um Powerlab mit Sitz in Uster im Zürcher Oberland. Powerlab ist ein Sportfachgeschäft, das sich auf den Bereich Running, Triathlon und Sporternährung spezialisiert hat. Nebst der einen Filiale in Uster betreibt Powerlab zudem einen Online-Shop, auf dem Twint allerdings noch nicht integriert ist und für den aktuell auch noch keine Pläne in diese Richtung vorhanden sind.

Der zweite Nutzer der Twint-Händler-App ist kein klassisches Unternehmen, sondern die Allgemeine Braugenossenschaft Zürich (ABZ), eine Gruppe von Bier-Enthusiasten, welche unter dem Namen ABZ.beer selbst Bier braut und dieses im kleinen Rahmen auch verkauft. Dieser Verkauf, der entweder ab Rampe – ABZ.beer unterhält einige Lagerstandorte – geschieht oder bei dem das Bier dem Abnehmer vorbeigebracht wird, wurde bislang entweder mittels Bargeld beglichen, das dann vom jeweiligen Verkäufer – einem Genossenschafter – mühsam eingezahlt werden musste, oder via Rechnung bezahlt. Man habe eine bequemere Art gesucht, das Geld einzukassieren, begründet Theo Karavasilis aus dem Präsidium von ABZ.beer deshalb den Twint-Entscheid. Vor diesem Entscheid für Twint habe man in der Genossenschaft auch die Anschaffung eines mobilen Kreditkartenlesegeräts geprüft, sich aber aus Kostengründen dagegen entschieden, erzählt Karavasilis.

Powerlab begründet den Entscheid für Twint beziehungsweise für eine Mobile-Payment-Lösung derweil damit, dass man heutzutage auch als kleines Ladengeschäft mit der Zeit gehen und dem Kunden eine Möglichkeit bieten muss, mit dem Smartphone zu bezahlen. Es sei überhaupt nicht so, dass seitens der Kunden Nachfrage bestanden hätte, erzählt Patrick Boller von Powerlab, doch er sei der Überzeugung, Mobile Payment komme über kurz oder lang in irgendeiner Form, weshalb er eine Lösung wollte. Gefunden hatte Boller diese Lösung zuerst in Form von Paymit. Powerlab setzte Paymit schon länger ein, somit war der Wechsel auf Twint quasi gegeben. Allerdings, so erzählt Boller, habe man Twint bereits zu Paymit-Zeiten parallel anbieten wollen, sich aber dagegen entschieden, weil sich die Implementierung von Twint etwas schwieriger gestaltete als diejenige von Paymit. "Leider ist das auch heute noch so, Paymit war hier viel einfacher", erklärt Boller.
 
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